Tiroler Blut ist keine Nudelsuppe, pflegen die Tiroler manchmal zu sagen und meinen damit, dass sie aus ganz besonderem Holz geschnitzt sind.
überspringen
So gesehen kommt das Holz aus Mischwäldern, denn die Tiroler haben aus unterschiedlichen geografischen Räumen stammende Vorfahren. Den Grundstock der Tiroler Bevölkerung bildet der bayerische Stamm - mit Ausnahme des Außerfern, das alemannisch ist. Beeinflusst wurde dieser Urtiroler-Stamm von den Römern um 15 vor Christus, die zu den Rätoromanen verschmolzen. Seit dem 6. Jhdt. n. Chr. überlagerten die germanischen Bajuwaren die rätoromanische Bevölkerung. Allerdings hielten sich die Rätoromanen lange im angrenzenden Engadin – und zwar bis heute.
Der Gebirgsraum wurde in mehreren Phasen erschlossen. Die alten Zentren entstanden an Verkehrsknotenpunkten und Durchgangswegen (Innsbruck, Kufstein, Landeck) oder in der Nähe des Abbaues von wertvollen Bodenschätzen wie Salz (Hall in Tirol), Silber (Schwaz, Rattenberg) oder Kupfer (Kitzbühel).
Das Inntal ist die Hauptachse des Landes und bildet den Hauptlebensraum. Auf flachen Schuttkegeln und ausgedehnten niedrigen Terrassen (Mittelgebirge) breiten sich stattliche Dörfer aus. Vor allem das mittlere Inntal zwischen Zirl und Zillertal begründet seine zentralräumliche Vorrangstellung mit der Siedlungsfläche und der verkehrsgünstigen Lage zum Brennerpass. In Osttirol übt das von der Drau durchflossene Lienzer Becken die Funktion eines Hauptsiedlungsraumes aus. Geschlossene ländliche Siedlungen gibt es auch im Lechtal und Drautal.